Dr. Siegfried Brückner Königs Wusterhausen
Kaum steigt die Zahl der Asylbewerber im Land, steigt die Nervosität der verantwortlichen Politiker und Sachwalter dieser Politik. Reflexartige Schlagzeilen wie „Notbetten, Container, Zeltstädte, Kasernen“ zeugen nicht von durchdachtem Handeln zum Wohle des Landes, sondern von einseitigen Denkweisen, die unser Land nicht voranbringen.Fakt ist, die Bevölkerung des Landes Brandenburg altert und schrumpft; der Zuwachs an Kindern hält sich in Grenzen, Facharbeiter und ausgebildete Arbeitskräfte fehlen. Was liegt also näher dem Zustrom von Asylanten eine positive Seite abzugewinnen und die Menschen, die Zuflucht bei uns suchen willkommen zu heißen und sie sinnvoll zu integrieren.Ganz im Sinne des alten Preußenkönigs, der die Hugenotten auch nicht selbstlos aufnahm und ihre Fähigkeiten für seinen Staat nutzte. Damit es nicht bei allgemeinen Forderungen bleibt, unterbreite ich als mündiger Bürger unseres Landes einige Vorschläge zum Nachdenken und Handeln.
Prioritäten setzen für Asylanten, die sich selbständig machen wollen und können, gleichgültig in welchem Gewerbe. Dazu müssten einige Voraussetzungen geschaffen werden: Land oder nicht genutzte Immobilien in unterbevölkerten Regionen kostendeckend übertragen bzw. auf Erbpachtbasis vergeben. Vergabe günstiger Darlehenskredite an Existenzgründer. Anerkennung ausländischer Qualifizierungsnachweise nach Prüfung. Vereinfachung der Meisterpüfung.
In Anbetracht des Ärztemangels und medizinischen Pflegepersonals sollten die Regeln und Aufnahmebedingungen für niedergelassene Haus- und Fachärzte gelockert werden. Steuerliche Entlastung des Pflegepersonals durch Organisation in eingetragenen Vereinen (Bspl.Volkssolidarität), Genossenschaften und gemeinnützigen Gesellschaften.
Bei eingereisten Fachkräften müssen bestehende EU-Regelungen bei der Job-Vermittlung sinnvoll angepasst und Residenzpflichten gelockert werden. Die Menschen sollen dorthin gehen, wo ihre Arbeit gebraucht wird. Welchen Nutzen bringt ein „Quotenschlüssel“ für Kommunen ? Nun kommt die Gretchenfrage „Wer soll das regeln und organisieren ?“ Zunächst einmal sollten die Landes- und Kommunalpolitiker Rahmenbedingungen schaffen durch Anpassung bestehender oder Neufassung von Regelungen, die diesen Integrationsprozeß fördern. Es gibt keinen Status Quo in dieser Frage, der nicht überdenkenswert ist. Weg mit überholten Regeln, die uns hindern Asylpolitik progressiv zu betreiben. Es gibt in Brandenburg eine Heerschar von hochqualifizierten – auch fremdsprachlich gebildeten – Rentnern, die für Aufgaben in diesem Bereich auf ehrenamtlicher Basis bzw. geringem Zuverdienst als Betreuer/Vermittler eingesetzt werden könnten. Die zuständigen Ämter bleiben nachwievor die Ansprechpartner. In diesem Sinne wünsche ich mir eine kluge, ausgewogene und auf eigene Interessen ausgerichtete Asylpolitik der verantwortlichen Politiker in unserem Land Brandenburg.