Die Deutsche Bahn äußert sich zur Fast-Zugkatastrophe in Zeesen: KaWe-Kurier berichtete am 5. Juni über eine Fast-Zugkatastrophe am 29. Mai am Bahnübergang in Zeesen: Trotz geöffneter Schranke befuhr ein Zug den Übergang. Nach einmonatigem Schweigen und mehrmaliger dringender Bitte um Aufklärung teilt jetzt die Bahn mit:
„Der Bahnübergang (BÜ) war am 29. Mai in der Zeit von 15.43 bis 19.30 Uhr
durch Blitzschlag gestört. Gegen 16.45 Uhr wurde der BÜ durch den EC 248
aus Richtung Bestensee in Richtung Königs Wusterhausen befahren. Auf der
gegenüberliegenden Seite, aus Richtung Königs Wusterhausen kommend, befand
sich zu diesem Zeitpunkt ein vor dem BÜ haltender Güterzug. Die Auswertung
der technischen Systeme und die Zeugenbefragung ergab, dass der EC etwa 10
bis 20 Meter vor dem BÜ anhielt, mit Schrittgeschwindigkeit bis zur Mitte
des BÜs fuhr und dann wieder die Geschwindigkeit erhöhte, um den BÜ
schnellstens zu räumen. Das entspricht den geltenden Regeln. Es handelte
sich dementsprechend um kein gefährliches Ereignis. Das Vorliegen einer
Gefährdung von Straßenverkehrsteilnehmern wegen unterlassener BÜ-Sicherung
kann ausgeschlossen werden. Hinsichtlich der geschilderten Wahrnehmung von
Beobachtern, kann unsererseits nur vermutet werden, dass der Halt des EC
248 nicht beobachtet wurde. Die beschriebene zu „hohe Geschwindigkeit“
ergibt sich aus dem erforderlichen Verhalten des Triebfahrzeugführers des
EC 248 gemäß Regelwerk, wonach er, wenn das erste Fahrzeug etwa die
Straßenmitte erreicht hat, den BÜ schnellstens zu räumen hat. Bei diesem
schnellst möglichen Räumen des BÜs, im Zusammenhang mit der erfolgten
Beschleunigung sowie der Zuglänge von 177 Metern, betrug die
Geschwindigkeit knapp 40 km/h. Der Untersuchungsbericht liegt dem Eisenbahnbundesamt vor.
Gisbert Gahler, Regionalbüro Kommunikation Berlin (GKK (B))
„Kein gefährliches Ergebnis“ – diese Sicht der Bahn macht sprachlos – zumal kein Zeuge der zum Glück wartenden Autos ein Anhalten des Zuges vor dem Durchfahren gesehen hat. Inzwischen befuhr in der vergangenen Woche in Wildau ein Zug den dortigen Bahnübergang bei geöffneter Schranke. Und auch in Zeesen ist erst vor etwa drei Jahren ein Zug bei offenen Schranken durchgerauscht. Aber keine Sorge: Es ist ja „ kein gefährliches Ereignis“! Im Übrigen, so die Bahn in einer anderen Antwort, hätten die Kraftfahrer und Fußgänger eine Mitverantwortung beim Queren der Gleise. Heißt das: Anhalten, schauen, mit Signalleuchten den Übergang sichern, einen herannahenden Zug vielleicht stoppen und dann nichts wie rüber?
Man kann sich nur an den Kopf fassen ob der Deutschen Bahn-Sicht. Wenn man den dann noch dran hat.
Und überhaupt.
Mit freundlicher Genehmigung durch Mark Brandenburger