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	<title>Reimanns Welt &#187; EZB</title>
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		<title>Das Maerchen von den armen Deutschen und die Europäische Zentralbank (EZB)</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 06:41:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Michael Reimann]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
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		<description><![CDATA[Die aktuelle Debatte wird auch von der Europäische Zentralbank (EZB) geführt. Sie legte Donnerstag die mit Spannung erwartete Studie &#8220;The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey&#8221; vor. Um es vorweg (&#8230;) <a href="http://m-reimann.com/?p=1448">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Debatte wird auch von der Europäische Zentralbank (EZB) geführt. Sie legte Donnerstag die mit Spannung erwartete Studie &#8220;The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey&#8221;<br />
vor. Um es vorweg zu nehmen, ein Ergebnis dieser Studie ist, dass das Vermögen der deutschen Haushalte geringer als das durchschnittliche Vermögen in Europa erscheint. Durch die Maßnahmen zur Stabilisierung der Nationalökonomien in Ländern wie Portugal, Griechenland und Zypern,<br />
enthält die Studie immensen politischen Zündstoff &#8211; mit der Studie wird versucht, das Märchen von den armen deutschen, die den Europäern helfen müssen, geschürt.  Durch die Handreichung wird die Diskussion in der Öffentlichkeit um die so genannten Eurorettungsmaßnahmen unter ein anderes Licht gestellt. Über drei Jahre wurden im Zusammenhang mit der Studie 62.000 Haushalte in 15 Ländern zu ihrem Vermögen befragt und daraus die Nettovermögen der Haushalte in Europa interpoliert. Im wesentlichen ging es also um den Vergleich der Vermögen in Europa.</p>
<p><strong>Was sind die Ergebnisse der Studie?</strong></p>
<p>Land &#8211; Nettovermögen<br />
Luxemburg &#8211; 397,8<br />
Zypern &#8211; 266,9<br />
Malta &#8211; 215,9<br />
Belgien &#8211; 206,2<br />
Spanien &#8211; 182,7<br />
Italien &#8211; 173,5<br />
Frankreich &#8211; 115,8<br />
Niederlande -103,6<br />
Griechenland &#8211; 101,9<br />
Slowenien &#8211; 100,7<br />
Finnland &#8211; 85,8<br />
Österreich &#8211; 76,4<br />
Portugal &#8211; 75,2<br />
Slowakei &#8211; 61,2<br />
Deutschland &#8211; 51,4<br />
Unseriös wird die Studie, da keine verlässlichen Aussagen über die Verteilung der Vermögen gemacht werden.<br />
So kommt es sogar so weit, dass die Studienuntersuchungen unter dem Vorbehalt &#8220;Vorsicht zu genießen&#8221; behandelt werden.</p>
<p><strong>Das Mitglied des Europäischen Parlamentes, Sven Giegold, schätzt die Studie wie folgt ein:</strong></p>
<p>&#8220;1) Vermögensgleiche Rechte, wie die Forderungen aus Renten- und<br />
Sozialversicherungen und andere staatliche Leistungen, wie<br />
beispielsweise der Zugang zu kostenloser Bildung, wurden nicht in das<br />
Vermögen eingerechnet. In Deutschland trägt das Sozialsystem aber<br />
maßgeblich zum hohen Lebensstandard der BürgerInnen bei. Darüber hinaus<br />
ist in Deutschland die Notwendigkeit, Vermögen zum Schutz vor Notlagen<br />
und zur Altersvorsorge aufzubauen, aufgrund des gut ausgebauten Sozial-<br />
und Rentensystems geringer, als in anderen europäischen Ländern.</p>
<p>2) In der EZB-Studie ist der Immobilienbesitz ein wesentlicher Faktor<br />
der Vermögensbemessung. Insbesondere die Berechnung des Wertes der<br />
Immobilien ist jedoch fragwürdig:</p>
<p>In der Studie wurde der Wert der Immobilien mit Immobilienpreisen von<br />
2008 und 2010 berechnet. In den Ländern, die in der Vermögensstudie<br />
reich erscheinen, sind die Immobilienpreise in diesen Jahren infolge<br />
von Immobilienblasen stark nach oben verzerrt. Dadurch steigt das<br />
Vermögen der Haushalte künstlich an. In Deutschland hingegen sind die<br />
Häuserpreise seit Jahren auf einem stabilen und im europäischen<br />
Vergleich niedrigen Niveau und fließen weniger stark in die<br />
Vermögensbemessung ein.<br />
In anderen Ländern stellt der Immobilienbesitz einen wichtigen Posten<br />
der Altersvorsorge dar. Zudem gibt es einen attraktiven Markt für<br />
Mietwohnungen.</p>
<p>3) Das Vermögen wurde je Haushalt &#8211; und nicht aufgeschlüsselt nach<br />
Einzelpersonen &#8211; berechnet. Aufgeschlüsselt nach Einzelpersonen ist das<br />
Netto-Vermögen der Nordeuropäer höher, da dort vergleichsweise wenige<br />
Personen in einem Haushalt leben. In den südeuropäischen Ländern wohnen<br />
hingegen mehr Personen in einem Haushalt, so dass deren Pro-Kopf-<br />
Vermögen in Wirklichkeit niedriger ist.</p>
<p>4) Die Studie ist Ausdruck der ökonomischen Ungleichgewichte in Europa.<br />
Deutschland hat sich jahrelang durch das Drücken des Lohnniveaus einen<br />
Wettbewerbsvorteil verschafft. Dies spiegelt sich zum Teil in der<br />
Vermögensstudie der EZB wieder. Die hohen Ungleichgewichte in der<br />
Eurozone haben zudem zur Verschuldung zwischen europäischen Staaten<br />
geführt. Das drückt sich in der Nettoauslandsposition der Staaten aus,<br />
die angibt, ob Volkswirtschaften gegenüber dem Ausland unter dem Strich<br />
Vermögen oder Schulden haben. Zum Vergleich der finanziellen<br />
Vermögenssituation zwischen Staaten ist die Nettoauslandsposition zudem<br />
besser geeignet:</p>
<p>Land &#8211; Nettoauslandsposition in % des BIP<br />
Luxemburg &#8211; 107,8<br />
Zypern    - -71,3<br />
Malta &#8211; 7,5<br />
Belgien &#8211; 65,7<br />
Spanien    - -91,8<br />
Italien    - -20,6<br />
Frankreich &#8211; -15,9<br />
Niederlande &#8211; 35,5<br />
Griechenland &#8211; -86,1<br />
Slowenien &#8211; -41,2<br />
Finnland &#8211; 13,1<br />
Österreich &#8211; -2,3<br />
Portugal &#8211; -105,0<br />
Slowakei &#8211; -64,4<br />
Deutschland &#8211; 32,6</p>
<p>Quelle: Economic Governance Support Unit des Europäischen Parlamentes,<br />
Daten vom 15. März 2013</p>
<p>5) Die befragten Haushalte mussten den Wert ihres Vermögens selbst<br />
einschätzen. Es ist gut möglich, dass manche unter- und andere<br />
übertrieben haben. Die Daten sind daher nur wenig aussagekräftig.</p>
<p>6) In der Umfrage wurde nach Wohnsitz und nicht nach<br />
Staatsangehörigkeit unterschieden. Beispielsweise fließt somit das<br />
Vermögen reicher Unternehmen, die sich auf Zypern niedergelassen haben,<br />
in das durchschnittliche Vermögen der Zyprioten ein und erhöht dieses.&#8221;</p>
<p>Ihr Michael Reimann</p>
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